Go Nuts – like Flying Coconuts

Wenn man es mal aus der Sicht eines Nicht-Surfers betrachtet, ist was wir alle machen schon ganz schön crazy. Das ganze Jahr über schmeißen wir uns in mäßige Ost - oder Nordseewellen, holen uns Methadon aus dem Eisbach und sobald es eine Woche oder mehr Urlaub gibt – weg sind wir.

Immer mit dem Ziel „Top-Welle“ vor Augen. Bürosurfer, die tendenziell ein wenig zu viel auf den Rippen und zu wenig um die Schultern herum haben,  paddeln in Line-Ups die von Locals, Aussies, Amis, und Brasilieros dominiert werden, lassen sich als Land Locked Surfer von den „echten“ Surfern belächeln und haben trotzdem beste Laune – wenn man dann mal eine Welle bekommt.

Kultururlaube und Städtereisen sind auf die Zeit 60plus verschoben – falls Longboarden dann auch nicht mehr gehen sollte, Beziehungen mit Nicht-Surfern eher schwierig zu unterhalten. Verständnis von Surfern, die am Meer leben und selber die Passion predigen, ist aber auch eher nicht zu erwarten.  Erst recht nicht, wenn man sich traut seine Wellen einzufordern und konstantes Paddeln auf die Inside nicht so geil findet und das auch mitteilt...

„Ah, from Munich! Where do you surf? In a river? I’ve seen it on the youtube... this is not a river!“ Ich glaube das Gespräch habe ich schon tausendfach geführt. Passt ja auch. Sonst hat man ja nicht viel zu reden. Für Themenvielfalt und Reflektion ist der englischsprachige Teil der Surfszene nicht unbedingt bekannt. Da geht’s eher um das Nachstellen von Moves aus den aktuellen Videos – und da, so ehrlich muss man sein, haben wir eh nicht viel beizutragen. Löchrige Carves, Midface Turns und Poo Stances auf der Schulter – macht aber trotzdem Spaß! Und wenn er dann mal passiert, der eine gute Move, dann ist das umso mehr wert.

Letztendlich ist das auch das Geile daran, ein Surfer aus dem deutschsprachigen Teil der Welt zu sein. Wir müssen uns mit Niemandem messen – wir können einfach naiven Spaß am Surfen haben. Für ein bisschen verrückt hält uns der Rest der Surfwelt so oder so.  Also warum groß rumeiern und versuchen Teil vom Leistungssport-Surfen zu werden, so wie Ihn die WSL zeigt. Das ist fürs Fernsehen - Fuck it.

Surfen bietet ein unglaublich breites Spektrum an Erfahrungen die man machen kann an. Das beginnt mit den Reisen in fremde Kulturen und gipfelt in den unterschiedlichen Shapes, die unterschiedliche Lines auf der Welle zulassen und für ganz unterschiedliche Typen von Welle ganz eigene Vor- und Nachteile haben.

Also macht nicht was alle machen, sondern überlegt Euch was Ihr machen wollt, wie das Board dazu ausschauen soll und dann geht einfach big time nuts: Flying Coconuts quasi. Wir sind auf der Flying Coconut Tour – is geil!