The Otter Biz.

Ein Surfboard zu bauen ist nicht einfach. Erst recht nicht, wenn es hinterher Spass machen soll es zu surfen. Deshalb möchten wir Euch an dieser Stelle einen kleinen Einblick darüber geben, was wir bei Mighty Otter machen.

Modellentwicklung:

Bevor wir ein Mighty Otter Modell in Serie schicken, müssen wir erst einmal einen Shape erarbeiten. Das heißt wir definieren den Einsatzbereich eines Boards und haben dabei einen bestimmten Style vor Augen - hoffentlich passend zu dem, was Ihr später aufs Wasser bringen wollt.

Entlang dieser Idee stimmen wir die Outline, Rockerline, Foil und Finnen Set-Up mit unserem Shaper Alex ab. Das Zusammenspiel der verschiedenen Designkomponenten entscheidet darüber wie viel Skills das Board von einem Surfer verlangt, wie aufwendig das Board zu surfen ist und welche Linie das Board an einer Welle unterstützt.

Den so entwickelten Shape testen wir und halten danach Rücksprache mit unserem Shaper Alex. Danach bringen wir das Board „offiziell“ an den Start. Das heißt es ist auf der Website verfügbar und wir haben uns ein Logo passend zum Modell gebastelt, dass wir geilo finden.

Sizing:

Habt Ihr Euch für einen Shape entschieden, fragen wir Euch erst einmal darüber aus was Ihr mit dem Board machen wollt, wo Ihr surfen wollt, wie gut Ihr schon surfen könnt und was Ihr wiegt. Das ist auf der einen Seite hochgradig indiskret, schließlich müsst Ihr sowohl was Euren Fitnessstand als auch Euren BMI angeht ehrlich sein. Auf der anderen Seite sorgt es aber auch dafür, dass Ihr mit Eurem Otter Wellen kriegt und auf Riverwaves abgeht. Also lieber mal das echte Gewicht sagen und nicht das, was Ihr am Ende eines dreimonatigen Indotrips mit Anfang 20 hattet.

Außerdem müsst Ihr uns sagen, welches Finnensystem Ihr nutzen wollt und ob es ein regulärer PU oder ein EPO Kern sein soll.

Choice:

Nachdem Modell, Größe, Kern und Finnesystem bestimmt sind, suchen wir passend zum Modell und Größe den Blank aus dem das Board geschnitten und geshaped wird aus. Bei Boards für kleine Wellen nutzen wir Blanks mit geringerer Dichte und weniger Gewicht. Für Boards die dahingehen wo es scheppert nutzen wir Blanks mit mehr Dichte und entsprechend etwas mehr Gewicht.

Cutting:

Aus dem Blank wird die Outline des Boards geschnitten. Das heißt es wird die grobe Form des Boards angelegt und das spezifische Tail geschnitten.

Shaping:

An dem frisch geschnittenen Rohbrett wird dann die eigentliche Feinabstimmung vorgenommen die aus deinem Brett Euren Otter macht. Die Volumenverteilung im Rail (= Foil) wird genau auf Euer spezifisches Gewicht angepasst, der Rocker wird gehobelt und die Concaves im Unterwasserschiff des Board werden geshaped. Dabei kommt Augemaß, Erfahrung und Geduld zum Einsatz. Das perfekte Ergebnis braucht einfach ein bisschen und deshalb ist auch kein Brett wie das andere.

Glassing:

Ist ein Blank fertig geshaped, geht es zum Glassing. In der Glassing Bay werden 2 bis 4 Lagen Glasfaser um das Board gewickelt und mit für PU oder EPO Kern spezifischem Kunstharz versiegelt.

Logos:

Zwischen die einzelnen Glassing-Schichten werden die Logos eingelegt. Diese müssen vorher auf Reispapier gedruckt werden, um die optimale Scheinkraft unterm Glassing zu gewährleisten.

Artworks:

Je nachdem was aufs Board kommt wird wahlweise auf den Kern, zwischen die Glassing Layers oder auf das fertig geglasste und gesandete Board gesprüht, gemalt, mit Schablonen hantiert oder einfach dem Molotow Marker freihand gezeichnet.

Finnen:

In das fertig geglaste Brett werden die Fingplugs eingestzt. Das geschieht mit Hilfe eines Abstandhalters, Fräßbohrer und Winkelmesser. Außerdem kommt Plastilin für die Winkeladjustierung zum Einsatz. Fest eingeglaste Finnen gehen schon während des laufenden Glassing ins Brett.

Sanding:

Nachdem das Board mit Finnen und Logos aus dem Glassing kommt, geht es zum Sanding. In der Sanding Bay steht ein Bandschleifer und diverse Schleifköpfe, mit deren Hilfe aus dem jetzt noch rau anmutenden Surfboard ein seidig-weicher sexy Otter wird. Das klingt erst einmal einfach, ist aber je nach Form und „Kantigkeit“ des Modells ein ziemlicher Fuck-Up. Nicht umsonst sind Sander – wie Glasser übrigens auch – ein eigener Job in der Shaping Werkstatt. ... Ratet mal, wer sich am meisten freut, wenn Boards mit Six-Channel Bottom geordert werden.

Finish:

Nachdem das Board vom Sanding kommt wird gefinisht. Also raus ins freie, Hochdruckreiniger anschmeißen und runter mit dem Staub vom Brett.

Packing:

Damit der fertige Mighty Otter auch mighty in Minga oder sonst wo ankommt, muss er entsprechend gut verpackt werden. Also Bubble-Folie, Packband und Kartonagen klar machen und Pakete schnüren. Wer schon mal Boardbags für Iberia gepackt hat, hat ungefähr eine Vorstellung davon, wie viel Aufwand man für einen unbeschädigten Transport betreiben muss.

Shipping:

Während die Boards gepackt werden, muss der Logistiker angerufen werden um Abhol- und Lieferadresse mitgeteilt und zum Thema Lieferdaten und Kosten befragt zu werden. Bzgl. der Lieferzeiten sind die Nachrichten meistens gut. Was die Kosten angeht... Ein Kreuz ist das.

Pick-Up und Delievery:

 Wenn das Board dann endlich unterwegs ist, muss man eigentlich nur noch drauf achten das der Lieferant auch dort abliefert wo er soll – und dass da dann jemand da ist, um das Paket anzunehmen und auf Unversehrtheit zu überprüfen.  Also halt ein bisschen telefonieren... eigentlich gar nicht schlecht, dass wir das alles in so hinbekommen.

Am Ende hat jedes Board seinen Preis. Und der wiederum setzt sich aus all den einzelen Schritten zusammen, die hier grade beschrieben worden sind. Wir sind stolz darauf, dass Mighty Otter Surfboards in Handarbeit in Europe gemacht werden. Weil wir der Überzeugung sind, dass dadurch das Board für jeden einzelnen richtig gemacht werden kann und effektiv besser ist.

... und wir finden mega, dass man sowas als Gruppe von Freunden zwischen München, Berlin und Galizien machen kann.